Teamteaching Konzept der Adolf-Kolping-Schule

Teamteaching Konzept

(Beschluss: 05.02.2026)

Inhalt

  1. Vorwort
  2. Leitidee
  3. Definition
  4. Teamteaching an der AKS
  5. Ausblick und Weiterentwicklung
  6. Quellenverzeichnis

1.     Vorwort

Die AKS ist wie viele andere (Grund)schulen geprägt von einer hohen heterogenen Schülerschaft und großen Klassen. Unsere Lehraufgabe ist es, jedem Kind gerecht zu werden, jedes zu unterstützen und dahingehend optimal zu fördern, dass es auf seiner Niveaustufe lernen kann und effektiv und effizient individuelle Lernziele erreicht.  Dies führt im Alltag zunehmend zu Herausforderungen. Die Unterrichtsform Teamteaching kann dieser herausfordernden Situation gerechter werden: Durch die gemeinsame Arbeit mehrerer Lehrpersonen entsteht nicht nur eine lernanregende und inklusive Lernumgebung für die Schülerschaft, sondern auch eine entlastende Struktur für Lehrkräfte. Teamteaching bietet Vorteile auf verschiedenen Ebenen. Jene werden im vorliegenden Konzept dargelegt und es wird gezeigt, wie Teamteaching an unserer Schule gelebt wird.

2.     Leitidee

„Wir sind eine offene Ganztagsschule, die auf die vielfältigen individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler reagiert“ (Leitbild AKS 2024).  Wir legen Wert auf eine angenehme Arbeitsatmosphäre, in der jeder Lernende auf seinem Lernniveau arbeiten kann und seine (Lern)ziele erreicht. Außerdem versuchen wir eine große Bandbreite an kooperative Lernformen anzubieten, um die Motivation und somit auch den Lernerfolg zu fördern.

Des Weiteren sehen wir uns auch als eine Ganztagsschule, die Teamarbeit und einen offenen Austausch sehr schätzt und praktiziert.

Die Unterrichtsform Teamteaching unterstützt unsere Leitideen und begünstigt unsere Vorstellung von lernwirksamem Unterricht.

Durch Teamteaching kann stärker auf individuelle Lernwege eingegangen, Lernbarrieren abgebaut und Chancengerechtigkeit gefördert werden. Durch die Verbindung unterschiedlicher Kompetenzen und Perspektiven schaffen wir eine lernfördernde Gemeinschaft, sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrkräfte. Es ist ein Mittel zur professionellen Weiterentwicklung. Durch die enge Zusammenarbeit lernen wir voneinander, innovative Methoden zu erproben und eine Schule mit hoher Unterrichtsqualität zu gestalten.

3.     Definition

Teamteaching bezeichnet eine kooperative Unterrichtsform, bei der zwei oder mehr Lehrpersonen gemeinsamen den Unterrichten führen (vgl. Universität Paderborn). Es gibt verschiedene Teamteaching-Modelle, aus denen die Lehrkräfte aufgrund verschiedener Kriterien auswählen können. Je nach Modell unterscheiden sich die Aufgaben der Lehrkräfte (vgl. Betzold). Durch die Vielzahl der Modelle kann der Unterricht auf die Lerngruppe, aber auch auf die Unterrichtsinhalte, angepasst werden.

Im Folgenden werden kurz einige Modelle des Teamteachings erläutert (Qualis):

  1. Gemeinsames Unterrichten (team teaching):
    Beide Lehrkräfte führen den Unterricht mit allen Schülerinnen und Schülern gemeinsam durch. Sie übernehmen dabei entweder abwechselnd oder gemeinsam die Führung. Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler werden beide Lehrkräfte mit gemeinsamer Verantwortung und in gleicher Position wahrgenommen.
  2. Niveaudifferenziertes Unterrichten (alternative teaching):
    Der Unterricht wird auf unterschiedlichen Lernniveaus durchgeführt. Jede Lehrkraft übernimmt eine Gruppe und arbeitet selbstständig mit ihr. Die Schülerinnen und Schüler wissen, welche der beiden Lehrkräfte für sie zuständig ist.
  3. Paralleles Unterrichten (parallel teaching):
    Die Lerngruppe wird in zwei Hälften geteilt. Jede Lehrkraft übernimmt eigenverantwortlich eine Hälfte. In beiden Gruppen findet der gleiche Unterricht statt. Dieses Modell eignet sich beispielsweise für große und/oder sehr unruhige Lerngruppen. Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Lehrkraft als verantwortlich wahr, die für ihre Gruppe zuständig ist.
  4. Unterstützen in offenen Unterrichtsformen (u.a. Wochenplanarbeit, Lernen an   Stationen, Freie Arbeit): Jede Lehrkraft unterstützt einzelne Schülerinnen und Schüler oder Gruppen bedarfsorientiert. Die Schülerinnen und Schüler erleben beide Lehrkräfte als mögliche Lernbegleitungen und Ansprechpersonen.
  5. Unterrichten und assistieren (one teach – one assist): Eine der beiden Lehrkräfte übernimmt die hauptsächliche Unterrichtsverantwortung, die andere unterstützt einzelne Schülerinnen und Schüler (u.U. durch zusätzliches Unterstützungsmaterial oder Kontrolle der Lernergebnisse). Die Schülerinnen und Schüler nehmen eine Lehrkraft als hauptverantwortlich wahr. Unter dem Aspekt einer gleichberechtigten Rollenverteilung kann es problematisch sein, dieses Modell für eine gesamte Unterrichtsstunde beizubehalten. Dennoch kann dieses Modell besonders in größeren Lerngruppen mit dem Ziel der individuellen Förderung sinnvoll sein.
  6. Unterrichten und Beobachten (one teach – one observe):
    Eine Lehrkraft übernimmt die Unterrichtsdurchführung. Die andere Lehrkraft beobachtet. Die Schülerinnen und Schüler erleben eine Person als Lehrkraft. Dieses Modell eignet sich z.B. zur strukturierten diagnostischen Beobachtung einzelner Schülerinnen und Schüler, zur Beobachtung von Gruppenprozessen oder zur kollegialen Unterrichtshospitation. Hilfreich können strukturierte Beobachtungsbögen zur Dokumentation und zur gezielten Weiterarbeit sein.

Teamteaching kann die Unterrichtsqualität verbessern. Essentiell hierfür ist aber eine genaue Absprache zwischen den zwei Lehrkräften, um sich über Aufgaben, Lernziele und Unterrichtsinhalt im Vorfeld auszutauschen. Qualis stellt klar, dass beide Lehrende Verantwortung für den Unterricht übernehmen.

Durch den Einsatz von Teamteaching profitieren Lernende in besonderem Maße von einer lernförderlichen Unterrichtsumgebung. Zwei Lehrkräfte können Lernprozesse aus unterschiedlichen Perspektiven beobachten und individuelle Stärken wie Unterstützungsbedarfe schneller erkennen.  Dadurch werden Differenzierung und individuelles Lernen erleichtert: Aufgaben können flexibler angepasst, Lerngruppen gezielt zusammengesetzt und Kinder bedarfsgerecht gefördert und gefordert werden. Zudem erhöht eine Doppelbesetzung die Kontinuität des Unterrichts, da bei einem Ausfall einer Lehrkraft die zweite Lehrkraft die ganze Lerngruppe unterrichten kann. Auch soziale und emotionale Bedürfnisse können besser aufgefangen werden, da eine zusätzliche Lehrkraft auf Konflikte eingehen kann.

4. Teamteaching an der AKS

An der AKS legen wir viel Wert darauf, den Unterricht so zu führen, dass wir alle Kinder erreichen und sie dazu befähigen, auf ihrem Lernniveau zu arbeiten.

Seit den letzten Jahren setzen wir vermehrt auf Teamteaching und können beobachten wie sich das Teamteaching-Modell positiv auf die Kinder und deren Lernerfolg auswirkt.

Die Häufigkeit des Einsatzes von Teamteaching hängt vom Personalschlüssel ab.

Wir versuchen, den Stundenplan so zu gestalten, dass möglichst viele Klassen vom Teamteaching- Konzept profitieren. Jedes Halbjahr wird individuell geschaut, welche Klasse vermehrt Unterstützung benötigt bzw. bei welcher Thematik ein hoher Unterstützungsbedarf erforderlich ist.

Die Art der durchgeführten Teamteaching-Modelle wird von den Lehrkräften gemeinsam abgestimmt. Die Fachlehrkraft ist die hauptverantwortliche Lehrkraft des Teamteachings.

5. Ausblick und Weiterentwicklung

Dieses Teamteaching Konzept wird jährlich evaluiert und ggf. angepasst. Dabei wird auch geschaut, wie man Teamteaching noch effizienter einsetzen kann und damit die Unterrichtsqualität verbessern kann.

6. Quellenverzeichnis

Betzold: Teamteaching an Schulen – Gemeinsam besser unterrichten. URL: https://www.betzold.at/blog/teamteaching/ .

Universität Paderborn. Teamteaching an inklusiven Schulen. Wie und warum. URL: https://blogs.uni-paderborn.de/sonderpaedagogik/2020/09/23/teamteaching-an-inklusiven-schulen-wie-und-warum/ .

Qualis NRW. Unterrichtsbezogene Aufgaben im Team bearbeiten. URL: https://static.qua-lis.de/schulentwicklung/static_q/q/upload/Inklusion/Schulkultur/Teamteaching.pdf .