Entwicklung

sozial-emotionaler Kompetenzen

 

Die soziale Entwicklung der Kinder spielt an unserer Schule eine wichtige Rolle. Ihr kommt dabei die Aufgabe zu in präventiv wirkender, kindlich aufbereiteter Form das Bewusstsein der Kinder für ihre Gefühle und Empfindungen zu stärken, ihnen Hilfe für ihr eigenes Verhalten zu geben und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie sich Hilfen holen können.

In diesem Zusammenhang finden seit einigen Jahren  verschiedene Projekte ihre Umsetzung, die sich zum Ziel setzen, das Sozialverhalten, das Selbstvertrauen und den richtigen Umgang miteinander zu stärken, aber auch auf Konflikte und Gefährdungen aufmerksam zu machen:

  1. „Faustlos“
  2. Trainingsprogramme Selbstbehauptung, Deeskalation, Anti-Aggression
  3. „Mut tut gut“
  4. Schutz vor Missbrauch

 

 

1. „Faustlos“

Das ursprünglich aus Amerika stammende Curriculum „second step“ ist vom Heidelberger Präventionszentrum für Deutschland überarbeitet worden und will die Schüler als „Faustlos“ in ihrer sozialen Entwicklung begleiten.

 

Da aggressives und gewaltbereites Verhalten wesentlich aus einem Mangel an sozialen Kompetenzen resultiert, was eine konstruktive Form der Problem- und Konfliktbewältigung nicht zuläßt, haben Maßnahmen zur Steigerung der sozialen Kompetenz von Kindern im Rahmen von Gewaltprävention einen zentralen Stellenwert. Die Entwicklung prosozialer Verhaltensweisen kann durch einen oder mehrere der folgenden Faktoren beeinträchtigt werden:

  • Die Kinder wissen nicht, was angemessenes Verhalten ist, weil ihnen Modelle für alternative Konfliktlösungen fehlen
  • sie wissen zwar, was angemessenes Verhalten ist, aber ihnen fehlt die Übung, weil sie in ihrem Verhalten nicht adäquat verstärkt werden
  • sie zeigen emotionale Reaktionen wie Ärger, Furcht oder Angst in einer Ausprägung, die sie in der Entwicklung des gewünschten Verhaltens behindert
  • sie können Aggressionen nur unzutreffend einschätzen
  • sie zeigen Entwicklungsverzögerungen, die entweder genetisch oder durch gesundheitliches Fehlverhalten der Mutter während der Schwangerschaft, z.B. Mißbrauch von Alkohol oder Medikamenten, verursacht worden sind

Durch FAUSTLOS lernen Kinder prosoziale Verhaltensweisen auf die gleiche Weise, wie sie lernen, sich unsozial zu verhalten, nämlich über Vorbilder, Erfahrung und Verstärkung. Verstärkungen – sowohl "beabsichtigte" (Lob, Belohnungen) als auch "natürliche" (erfolgreiche Problemlösungen) - fördern das Lernen dieser Fähigkeiten

(aus: Heidelberger Präventionszentrum: Gewaltprävention mit Faustlos, S.1f, download als pdf-Datei 08.10.2007)

 

Innerhalb dieses emotionspsychologisch fundierten, kognitiv-behavioralen Ansatzes des sozialen Lernens nutzen wir die Faktoren „Lernen durch Vorbilder“, „Erfahrung und Verstärkung“, „Hilfe zur Selbsthilfe“. Diese gliedern sich in drei Bereiche:

 

Empathie:

Gefühle und Sichtweisen anderer verstehen

Grundlage

Impulskontrolle:

  • erlernen von Problemlösestrategien
  • Üben sozialer Kompetenz (sich entschuldigen, mitmachen)

kleinschrittig in Kombination

Umgang mit Ärger und Wut:

  • Wahrnehmung der Auslöser
  • Positive Selbstverstärkungen
  • Beruhigungsstrategien

Nutzt die oberen Maßnahmen

 

Das Konzept Faustlos wird von uns als Angebot in den Jahrgängen 1-4 in den Unterricht integriert. Parallel dazu erproben wir den Einsatz der aus Faustlos weiter entwickelten Konzeption "Kieselschule".

 

 

2. Trainingsprogramme Selbstbehauptung, Deeskalation, Anti-Aggression

In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und dem ev. Kirchenkreis Plettenberg ist es uns gelungen einen Trainingskurs an unsere Schule zu holen, der Kindern wichtige Grundlagen im Bereich Selbstbehauptung, Selbstwertgefühl, Selbstverteidigung… vermitteln will. In einer 2tägigen Einheit erfahren und üben Kinder mutig zu sein, sich mit beängstigenden Situationen im Schulleben auseinanderzusetzen und sich vor anderen Kindern zu schützen und zu behaupten.   

Diese Einheit erfolgt im Wechsel mit ihrem Pedant, dem Anti-Aggressionstraining für Kinder, die dazu neigen, in Konfliktsituationen gewaltbereiter und aggressiver zu reagieren: In diesem für Kinder nicht immer einfachen Bereich geht es also um die Fragen: Wie überzeuge ich andere Kinder? Wie setze ich mich bei Streit zur Wehr ohne Anderen weh zu tun? Wie gehe ich mit meiner Wut um? Wie schütze ich mich vor der Wut von anderen Kindern?

Beide Kurse setzen so die Arbeit mit Faustlos fort. Die Einheiten erfolgen im jährlichen Wechsel im Oktober/November, jeweils an 2 Tagen über 6 Stunden für die 2. und 3. Schuljahre. Am Selbstbehauptungstraining können maximal 15 Kinder, am Anti-Aggressionstraining maximal 10 Kinder teilnehmen. Im Vorfeld erfolgt eine Information der Eltern, die schriftlich zustimmen. Lehrer sind zur Visitation herzlich willkommen. Im Anschluss an das Trainingsprogramm findet ein Austausch mit Trainern und Lehrern statt.

 

 

 

 

 

3. „Mut tut gut“

Mut tut gut – denn nur wer Mut hat, kann sich für das Leben und eine bessere Zukunft engagieren. Kinder sollen Ängste abbauen und dazu angeregt werden, Mut zu fassen und etwas zu wagen. Denn eins steht fest: „Hauen ist nicht nur doof“ sondern es bringt Kinder auch um positive Erfahrungen des Zusammenseins in der Grundschule. Bei den Schulungsseminaren des Jugendamtes der Stadt Lüdenscheid geht es um gegenseitigen Respekt, Freundlichkeit, Großzügigkeit, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl. Die Kinder erweitern ihre Möglichkeiten, Konflikte konstruktiv auszutragen. Die Umsetzung erfolgt durch Rollenspiele, Interaktionsspiele, themenbezogenen Filme und Geschichten, Sinnesübungen und gemeinsame Gespräche.

Geplant ist eine Teilnahme der 4. Schuljahre für 2 Tage mit einer Übernachtung im Herbst oder Frühjahr eines Jahres im Seminargebäude in der Sedanstraße. Ein Elternteil begleitet die Klasse gemeinsam mit der Klassenlehrerin zur nächtlichen Unterstützung. Die Kosten übernehmen die Eltern. Die Anmeldung muss auf Grund der begrenzten Kapazitäten nach Möglichkeit schon Ende der Klasse 3 erfolgen.

 

 

4. Schutz vor Missbrauch

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Schutz der Kinder vor Missbrauch. Informationen zu geben ohne zu verängstigen, Hilfen und Hinweise für eigenes Verhalten anzubieten, Emotionen zuzulassen sowie das besonders wichtige Bewusstmachen, dass ein Kind niemals Schuld an einem Missbrauch ist, sind wichtige Inhalte.

 

Da sich ein solcher in der Regel im Privatbereich eines Kindes ereignet, muss die Schule präventiv tätig werden. Gleichzeitig ist es ein sensibler Bereich, da in der Regel kaum bis keine Kenntnisse darüber vorliegen, ob und in welchem Maße Missbräuche in Familien der Schüler vorliegen.

Daher hat sich die Kolping-Schule professioneller Unterstützung versichert. Im zweijährigen Rhythmus, jeweils im Frühjahr, wird zu diesem Thema für die dritten und vierten Schuljahre die „Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück“ mit dem Theaterstück: „Mein Körper gehört mir“ verpflichtet, die in besonderer Weise auf kindgerechtem Niveau Informationen, Hilfen und emotionale Einbeziehung in Theaterform aufarbeitet:

 

Eine Collage in Monolog, Dialog und Lied, für zwei Darsteller:

Leichtverständliche Alltagsszenen, die den Schüler nicht auf reine Konsumierung beschränken, sondern, indem die Darsteller zur Interaktion aus ihren Figuren heraustreten, zu Rollenspielen, Fragen und Gesprächen anregen - zu Mitgestaltung, Analyse und Kommentar.

Kontinuierliche Steigerung der Problemhärte in drei aufeinander aufbauenden, einander vertiefenden Teilen, die je eine Nachbereitung im Normalunterricht erfordern.

Schlüsselszenen werden in mehreren Varianten gezeigt, mit negativem wie positivem Ausgang. Die Atmosphäre ist Vertrauen erweckend und ebenso ernst wie humorvoll. Das Lernen ist spielerisch - und dennoch tiefgründig.

 

Lernziele:

Mahnungen wie „Geh nicht mit Fremden!“ richten das Schuldempfinden des Kindes auf sich selbst. Das Programm zeigt, wie falsch diese Strategie ist: Bei sexuellem Missbrauch trägt die Schuld nie auch das Opfer, sondern immer nur der Täter.

Der Schüler lernt, dass sein Körper sein persönliches Eigentum ist, für das er Mitverantwortung trägt. Das Programm stärkt sein Ich, sein Selbstvertrauen, seine Bereitschaft zur Abwehr von Übergriffen und zur Suche nach der Hilfe Dritter. Es hilft dem Kind, Ja- und Nein-Gefühle zu unterscheiden und die Regeln zu lernen, Gefahrensituationen vorzubeugen.

Das Programm hilft, das Schweigen zu brechen, das den Täter schützt und das Opfer isoliert.

(Zitiert aus dem Begleitmaterial zum Theaterstück)

 

Um die hohen Kosten zu finanzieren ist die Schule auf die Unterstützung von Förderern angewiesen. Hier hilft uns seit vielen Jahren die Kolping-Stiftung. Wenn es finanziell möglich ist, wird die Theaterreihe zudem von einem Elternabend der Werkstatt begleitet, in dem diese den Eltern Einblick in die Arbeit geben.

Wer ist online

Aktuell sind 26 Gäste und keine Mitglieder online